Fachstelle Nichtionisierende Strahlung


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Der Vortrag von Prof. Dr. Dominique Belpomme

Klinische und biologische Beschreibung des EMF-Intoleranz-Syndroms (EMFIS)

Zwischen Mai 2008 und März 2010 wurden 425 Patienten, die eine Elektrohypersensitivität angaben, im Rahmen einer klinischen Studie untersucht. Etwa 5% der Personen glaubten nicht, dass ihre Symptome mit elektromagnetischen Feldern zusammenhingen, während 95% das Auftreten und Verschwinden der Symptome klar mit dem Vorhandensein oder dem Fehlen von EMF (elektromagnetische Felder) verbanden. Wir unterscheiden 3 klinische Phasen: Eine Anfangsphase, während der eine EMF-Exposition erste Symptome wie Kopfschmerzen, Tinnitus, Unter- und Überempfindlichkeit auf Geräusche, Augenprobleme, veränderte Empfindungsqualitäten, Weichteilschmerzen und in einigen Fällen Dermatitis und neurovegetative Symptome wie Engegefühl in der Brust, Herzklopfen, Herzrasen und Übelkeit verursacht. Dann folgt eine zweite Phase, charakterisiert durch das klinische Dreigespann Schlaflosigkeit, chronische Ermüdung und Depression, deren Anfangssymptome immer dann erscheinen, wenn der Patient elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt ist. Neurologische Untersuchungen in dieser Phase zeigen bei etwa 10% der Patienten einen positiven Romberg-Test. Zusätzlich zur Entdeckung von Durchblutungsstörungen der Hirngefässe, vor allem im limbischen System, haben Blutuntersuchungen bei 36% der Patienten Hyperhistaminämie erkennen lassen. Bei 45% konnte eine Erhöhung der Hitzeschockproteine HSP70 und/oder HSP27 festgestellt werden. Bei 28% wurden O-Myelin-Antikörper gefunden, und in 14% der Fälle hat sich eine Erhöhung des S100B Protein gezeigt. Das bedeutet, dass EMF-Intoleranz mit zerebralen Leiden verbunden ist. Wir haben auch spezielle Beobachtungen und Tests einbezogen, die belegen, dass die zerebralen Leiden durch die EMF hervorgerufen worden sind. Zum Schluss wird eine dritte Phase beschrieben, die darauf hindeutet, dass das EMF-Intoleranz-Syndrom einer Vorstufe der Alzheimerkrankheit entspricht.

Der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Buchner

Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf Proteinfaltung und auf Neurotransmitter

In einer Langzeitstudie, die unmittelbar vor Errichtung eines Mobilfunksenders begann und eineinhalb Jahre fortgeführt wurde, zeigte sich bei den 60 Teilnehmern eine signifikante Aktivierung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Ihre Werte stiegen in den ersten sechs Monaten nach dem Einschalten des GSM-Senders an; die Werte der Vorläufersubstanz Dopamin sanken nach Beginn der Bestrahlung erheblich ab. Der Ausgangszustand wurde auch nach eineinhalb Jahren nicht wieder hergestellt. Als Hinweis auf die nicht regulierbare chronische Schieflage des Stresshaushalts sanken die Werte des Phenylethylamins (PEA) bis zum Ende des Untersuchungszeitraums signifikant ab. Außerdem werden Ergebnisse von Henrik Bohr vorgestellt, der den Einfluss der Mikrowellen-Strahlung auf die Faltung und Denaturierung globulärer Proteine untersucht. Bei der Erwärmung wird die Faltung von der kalten, denaturierten Phase durch die Strahlung verstärkt, bei der Abkühlung dagegen die Denaturierung aus dem gefalteten Zustand. Letzteres kann nicht durch thermische Effekte bewirkt werden.

Der Vortrag von Prof. Dr. Magda Havas

Elektrohypersensitivität: Ist sie physiologisch oder psychisch?

Ob Elektrohypersensitivität – eine Reaktion auf elektromagnetische Wellen – weit unterhalb der Grenzwerte – physiologisch oder psychisch bedingt ist, wird schon seit Jahrzehnten diskutiert. In meinem Referat kann ich objektive Nachweise präsentieren, dass hochfrequent „verschmutzter“ Netzstrom sowie Funkwellen der Drahtlos-Technologien gesundheitsschädliche biologische Reaktionen verursachen. Wir haben Beweise, dass Elektrosmog bei gewissen Diabetikern den Blutzuckerspiegel beeinflusst und nennen diese Form Typ-3-Diabetes (umweltbedingte Blutzuckerveränderungen). Wir haben auch Beweise, dass Elektrosmog Herzrhythmusstörungen und Herzrasen hervorrufen kann. Wir haben Beweise, dass Personen mit neurologischen Krankheiten wie zum Beispiel Multipler Sklerose durch Elektrosmog in ihrer häuslichen Umgebung negativ beeinflusst werden. Wir haben auch Hinweise aus Blindstudien, dass sich die Gesundheit der Lehrer und das Verhalten von Schülern verbessert, wenn die Qualität des hochfrequent verschmutzten Netzstromes in einem Schulhaus verbessert wird. Unsere Studien erklären einige der häufigsten Symptome der Elektrohypersensitivität (EHS) und wir haben Beweise, dass sich betroffene Personen erholen können, wenn ihre Strahlenbelastung reduziert wird. Professor Dr. Magda Havas ist Dozentin für Umwelt- und Ressourcenstudien an der Trent University in Peterborough, Kanada. Sie forscht an den biologischen Auswirkungen von Umwelteinflüssen.

Der Vortrag von Carine Houssay, Master of Science

Durchblutungsstörungen der Hirngefässe im Zusammenhang mit dem EMF-Intoleranz-Syndrom

Zwischen Mai 2008 und März 2010 wurde bei 141 Patienten, die im Zusammenhang mit Elektrosensitivität stehende Symptome angaben und bei denen eine EMF-Intoleranz klinisch diagnostiziert wurde, eine Funktionsanalyse des Gehirns mittels einer gepulsten Echodoppler-Technik (UCTS) durchgeführt. UCTS ist eine Methode, um den Blutfluss im Gehirn in zentimeterbreiten Abschnitten festzustellen. Dabei wird eine 2 MHz Ultraschallwelle auf die Gehirnstrukturen gerichtet. Die reflektierten Wellen werden in zentimeterbreiten Querschnitten aufgefangen und erlauben die Definition eines Mittelwertes, der mit demjenigen normaler Personen verglichen werden kann. Dieser Wert variiert je nach Hirnregion. Viele Krankheiten können dank dieser unspezifischen, aber sehr empfindliche Technik herausgefunden werden. Je nach dem klinischen Zusammenhang und der betroffenen Hirnregion erlaubt die Erfassung einer Durchblutungsstörung die Frühdiagnose cerebraler Gefässstörungen, vertebrobasilärer Insuffizienz oder neurodegenerativer Leiden wie die Alzheimer’sche Krankheit. Die meisten der Patienten mit dem EMF-Intoleranz-Syndrom zeigten in unseren Studien eine schwache Durchblutung des Gehirns, vor allem im kapsulothalamischen und vertebrobasilären wie auch im limbischen Bereich.

Der Vortrag von Siegfried Zwerenz

Kausaler Nachweis der biologischen Wirksamkeit von Mobilfunkstrahlung bei empfindlichen Personen im Doppelblindversuch mit sehr niedrigem Expositionsniveau

Die meisten bisher durchgeführten Provokationsstudien hatten Schwierigkeiten, Effekte elektromagnetischer Strahlung und Felder (EMF) auf menschliche Probanden im Kurzzeit-Expositionstest nachzuweisen. Die Ursache der Misserfolge ist häufig darin zu suchen, dass Design und Durchführung der Studien ungenügend Rücksicht nahmen auf die physiologisch bedingten Eigenheiten und Bedürfnisse der empfindlichen Versuchspersonen. Ein Forschungsprojekt der Bürgerwelle beschreitet nun völlig neue Wege. Versuchsort ist die gewohnte Umgebung des Probanden. Die Versuchsanordnung orientiert sich daran, dass Betroffene in ihrem Haus Orte haben, wo sie die EMF-Belastung spüren, und einen speziellen Ort, an dem sie relativ beschwerdefrei ruhen können. Mit einer neu entworfenen Vorrichtung wird während der mehrtägigen Versuchsdauer der gewohnte Ruheort mehrere Male kurzzeitig zum kontrolliert belasteten Ort gemacht. Dies geschieht zufallsgesteuert, also doppelblind. Von zentraler Bedeutung ist, dass nur ein einziger Parameter verändert wird, nämlich die Expositionsstärke. In der Datenauswertung werden die vom Probanden notierten Erfahrungen sowie gegebenenfalls Aufzeichnungen von Organfunktionswerten mit den Aufzeichnungen der gemessenen elektromagnetischen Belastung verglichen. Vorversuche mit empfindlichen Probanden zeigen, dass gute Aussichten bestehen, mit dem neuen Studiendesign eine individuell vorhandene „Elektrosensibilität“ kausal zweifelsfrei nachzuweisen. Die Nachweise können Betroffenen als Beweismittel bei Gerichtsklagen dienen.