Page 53 - Gesundheitliche-Auswirkungen-5G
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STOA | Panel for the Future of Science and Technology Health impact of 5G
Der Zusammenhang war schwächer für die längste Induktionszeit (≥10 Jahre) (1,11 [0,76 bis 1,61]) und bei der regel- mäßigen Anwendung auf der Tumorseite (0,98 [0,68 bis 1,43]). Die OR für das höchste Quartil der kumulativen An- rufzeit (≥680 Stunden) betrug 1,46 (0,98 bis 2,17). Die Einschränkung der Analysen auf histologisch bestätigte Fälle reduzierte alle ORs; die OR für ≥680 Stunden betrug 1,14 (0,63 bis 2,07). Ein ähnliches Muster zeigte sich für schnur- lose Festnetztelefone, allerdings mit etwas höheren ORs. Bei der Analyse der vollständigen Nachverfolgung der Late- ralität (einseitigen Bevorzugung einer Körperseite) bei der Nutzung des Mobiltelefons ergaben sich erhebliche Ver- zerrungen in den Lateralitätsanalysen Die Ergebnisse stützen nicht die Hypothese, dass die langfristige Nutzung von Mobiltelefonen das Risiko für ein Akustikusneurinom erhöht. Die Studie deutet darauf hin, dass die Handynutzung die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Akustikusneurinom entdeckt wird, und dass die in früheren Studien durchge- führten Lateralitätsanalysen verzerrt sein könnten.
Kommentar: Selbstberichtete Exposition. Schwacher Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen starker Handynutzung und Akustikusneurinom.
10.Yoon et al., 2015.
Korea; 2002- 2007; Fall-Kontroll-Studie.
Die Studienmethoden basierten auf der internationalen Interphone-Studie, die darauf abzielte, mögliche schädliche Auswirkungen der Mobiltelefonnutzung zu bewerten. Diese Studie umfasste 285 histologisch bestätigte koreanische Patienten im Alter von 15 bis 69 Jahren mit Gliomen, die zwischen 2002 und 2007 in 9 Krankenhäusern diagnostiziert wurden. Bei den 285 individuell angepassten Kontrollen handelte es sich um gesunde Personen, die sich in densel- ben Krankenhäusern ärztlich untersuchen ließen. Mittels unbedingter logistischer Regression wurden die bereinigten Odds Ratios (aORs) und 95 %-Konfidenzintervalle (CIs) für die Nutzung von Mobiltelefonen berechnet. Für die ge- samte Gruppe wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen Gliomen und der regelmäßigen Nutzung von Mo- biltelefonen, der Art der Mobiltelefone, der Nutzungsdauer in Jahren, der monatlichen Servicegebühr und den ande- ren Expositionsindizes festgestellt. Analysen, die sich auf die Selbstauskunft der Personen beschränkten, zeigten ähn- liche Ergebnisse. Bei ipsilateralen Nutzern, deren Körperseite für die übliche Handynutzung mit dem Ort des Glioms übereinstimmte, betrugen die aORs (95% CIs) für die jahrelange Nutzung und die kumulativen Nutzungsstunden 1,25 (0,55 bis 2,88) bzw. 1,77 (0,32 bis 1,84). Allerdings wiesen kontralaterale Nutzer ein etwas geringeres Risiko auf als ipsilaterale Nutzer. Die Ergebnisse stützen nicht die Hypothese, dass die Nutzung von Mobiltelefonen das Risiko für Gliome erhöht; wir fanden jedoch einen nicht signifikanten Anstieg des Risikos bei ipsilateralen Nutzern. Diese Ergebnisse legen eine weitere Bewertung des Gliomrisikos bei Langzeit-Nutzern nahe.
Kommentar: Selbstberichtete Exposition. Schwache Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Mobiltele- fon-Nutzung und Hirntumor finden sich bei ipsilateralen Nutzern.
11. Al-Qahtani, 2016.
Saudi-Arabien; 1996-2013; Retrospektive Fall-Kontroll-Studie.
Insgesamt 26 Patienten, bei denen ein Ohrspeicheldrüsentumor diagnostiziert wurde, und 61 gesunde Kontrollper- sonen wurden in eine krankenhausbasierte retrospektive Fall-Kontroll-Studie aufgenommen. Die Patienten wurden zwischen Januar 1996 und März 2013 an ein Tertiärkrankenhaus überwiesen und dort aufgenommen. Die Odds der Exposition waren bei den Patienten im Vergleich zu den Kontrollen 3,47-mal höher. Ein 95%iger CI deutet darauf hin, dass die tatsächliche Odds Ratio (OR) auf Bevölkerungsebene zwischen 1,3 und 9,23 liegen könnte, so dass die beo- bachtete OR bei einem Signifikanzniveau von 5% statistisch signifikant war. Insgesamt wurde ein Zusammenhang zwischen der Exposition durch die Nutzung von Mobiltelefonen für mehr als eine Stunde täglich und Ohrspeichel- drüsentumoren festgestellt. Dieser Zusammenhang sollte aufgrund der relativ kleinen Stichprobengröße mit Vorsicht interpretiert werden.
Kommentar: Kleine Stichprobengröße; schlechte Methodik. Nicht schlüssige Studie.
12. Satta et al. (2018).
Italien; 1998-2004; Bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie als Teil der europäischen Multicenterstudie EPI- LYMPH.
Eine Fall-Kontroll-Studie mit 322 Patienten und 444 Personen, die als Kontrollen dienten, wurde in Sardinien, Italien, zwischen 1998-2004 durchgeführt. Der Fragebogen enthielt Informationen über die selbst angegebene Entfernung der drei am längsten bewohnten
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