Page 31 - Gesundheitliche-Auswirkungen-5G
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STOA | Panel for the Future of Science and Technology Health impact of 5G
Die französische Agentur für Lebensmittel, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) gab 2013 "Empfehlungen zur Be- grenzung der Exposition gegenüber Funkfrequenzen heraus, da es nur begrenzte Hinweise auf verschiedene biologische Wirkungen bei Menschen oder Tieren gibt. Darüber hinaus deuten einige Veröffentlichungen auf ein mögliches erhöh- tes Langzeitrisiko für Hirntumore bei Vielnutzern von Mobiltelefonen hin. In Anbetracht dieser Informationen und vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung von Technologien und Praktiken empfiehlt die ANSES, die Exposition der Bevölkerung gegenüber Hochfrequenzen - insbesondere durch Mobiltelefone - zu begrenzen, vor allem für Kinder und Intensivnutzer, und die Gesamtexposition, die sich aus Relaisantennen ergibt, zu kontrollieren. Die ANSES wird auch ihre Arbeit zu elektrosensiblen Personen weiter ausbauen, insbesondere durch die Prüfung aller verfügbaren französi- schen und internationalen Daten zu diesem Thema, das eine genauere Betrachtung verdient. Zur Begrenzung der Hochfrequenzexposition, insbesondere bei den am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, empfiehlt die Agentur daher: - für erwachsene Intensivnutzer von Mobiltelefonen (im Gesprächsmodus): Verwendung von Freisprecheinrich- tungen und generell für alle Nutzer, den Kauf von Telefonen mit den niedrigsten SAR-[Werten] zu bevorzugen; - die Exposition von Kindern zu verringern, indem sie zu einer nur moderaten Nutzung von Mobiltelefonen angehalten wer- den; die Exposition der Bevölkerung in Außen- und Innenräumen durch Messkampagnen weiter zu verbessern; dass die Entwicklung neuer Mobilfunknetzinfrastrukturen Gegenstand vorheriger Studien zur Charakterisierung der Exposition ist und dass eine eingehende Studie über die Folgen einer möglichen Vervielfachung der Zahl der Relaisantennen durchgeführt wird, um die Umweltexposition zu verringern; - dass die Bedingungen in den bestehenden Anlagen, die die höchste Exposition der Bevölkerung verursachen, dokumentiert werden und untersucht wird, inwieweit diese Exposi- tion durch technische Mittel verringert werden kann; - dass bei allen gängigen Geräten, die elektromagnetische Felder aussenden und für den körpernahen Gebrauch bestimmt sind (DECT-Telefone, Tablet-Computer, Babyphone usw.), der maximale Expositionswert angegeben wird. ) den Höchstwert der erzeugten Exposition (z. B. SAR) anzeigen, wie es be- reits bei Mobiltelefonen der Fall ist; schließlich gibt die Agentur zur Lösung der verschiedenen Unsicherheiten, die sie bei der Durchführung dieser Arbeiten festgestellt hat, und zusätzlich zu den bereits im Rahmen des Nationalen Plans für Forschung im Bereich Umwelt und Gesundheit am Arbeitsplatz durchgeführten Forschungsprojekten eine Reihe von Forschungsempfehlungen ab" (ANSES, 2013).
Der Wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Kommission für neu auftretende und neu identifizierte Gesund- heitsrisiken (SCENIHR) hatte den Auftrag, die Risiken von EMF zu bewerten und überprüft regelmäßig die verfügba- ren wissenschaftlichen Erkenntnisse, um zu beurteilen, ob sie die in der Empfehlung 1999/519/EG des Rates vorge- schlagenen Expositionsgrenzwerte noch unterstützen. In seiner letzten Stellungnahme vom Januar 2015 vertrat der SCENIHR die Auffassung, dass es keine Belege dafür gibt, dass EMF-Strahlung die kognitiven Funktionen des Men- schen beeinträchtigt oder zu einem Anstieg der Krebsfälle bei Erwachsenen und Kindern beiträgt (SCENIHR, 2015). Die International EMF Alliance (IEMFA) wies jedoch darauf hin, dass viele Mitglieder des SCENIHR in einem Interes- senkonflikt stehen könnten, da sie berufliche Beziehungen zu verschiedenen Telekommunikationsunternehmen un- terhalten oder von diesen finanziert werden.
Infolgedessen hat der Wissenschaftliche Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und neu auftretende Risiken (SCHEER), der den früheren SCENIHR ersetzt, in einer Erklärung im Dezember 2018 eine vorläufige Einschätzung der Bedeutung von 5G als dringlich angegeben. Außerdem schätzt er das Ausmaß, die Dringlichkeit und die Wechselwirkungen (mit Ökosystemen und Arten) der möglichen Gefahr als hoch ein. Er weist darauf hin, dass eine 5G-Umgebung biologi- sche Folgen haben könnte, da es an "(...) Belegen für die Entwicklung von Expositionsrichtlinien für die 5G- Technologie" mangelt (SCHEER, 2018).
In einem Briefing vom Juni 2017 erklärte der Europäische Parlamentarische Forschungsdienst: "Schließlich wurden die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G nur wenig erforscht, da sich die meisten der bisherigen Studien auf die vorheri- ge Generation der Mobilfunktechnologie beziehen. Einer neueren Studie zufolge könnte sich dies als weiterer Engpass erweisen, falls 5G aufgrund "seiner städtischen Konzentration und dichten Zellstruktur, seiner Verwendung viel höherer Mikrowellenfrequenzen und seiner stark gerichteten Konzentration" Gesundheitsrisiken birgt. In den USA gab eine von der Regierung finanzierte Studie aus dem Jahr 2016 Anlass zur Sorge, da sie in ihren vorläufigen Ergebnissen bei Rat- ten, die drahtloser Strahlung ausgesetzt waren, signifikant höhere Raten seltener Tumore des Gehirns und des Herzens feststellte. Andere Untersuchungen und Veröffentlichungen aus dem Jahr 2017 legen ebenfalls nahe, dass die langfristi- ge Nutzung von Mobiltelefonen das Hirntumorrisiko erhöhen könnte. Die jüngste Stellungnahme der Sachverständigen- gruppe der Kommission aus dem Jahr 2015 und Forschungen der Weltgesundheitsorganisation erkennen jedoch keinen direkten Zusammenhang an. In Frankreich kam eine Untersuchung der drahtlosen Strahlung zu dem Schluss, dass alle drahtlosen Geräte auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern untersucht werden müssen, und empfiehlt, Kinder nur in Maßen und unter Aufsicht zu benutzen. Dieses komplexe Thema bleibt daher umstritten, während weitere Forschungen durchgeführt werden" (EPRS, 2017).
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