Page 30 - Wirkung-von-nichtionisierender-Strahlung-NIS-auf-Arthropoden
P. 30

wird jedoch berichtet, dass sich Zecken durch Gebiete mit NIS-Exposition angezogen fühlen, so auch in zwei Studien von niedriger Verlässlichkeit [47], [48]. Manchmal wird die Verhaltensänderung mit Stressbiomarkern in Verbindung gebracht [49].
Das Verlässlichkeit in die Nachweise einer negativen Wirkung von NIS auf das Verhalten, vor allem Orientierung und Geschwindigkeit, ist insgesamt mittel, ausser im Bereich oberhalb von 6 GHz, für den es an qualitativ hochwertigen Studien mangelt. Für diesen Bereich wurden nur drei Studien gefunden, davon zwei ohne angemessen definierte Exposition [31], [50] und eine mit einer Exposition über den gesetzlichen Grenzwerten (bis zu 10 mW/cm2) [51]. Verhaltensänderungen können sich nachteilig auf die Nahrungssuche und damit auf die Aufrechterhaltung der Population auswirken. In einer Studie z.B. wurde berichtet, dass der Tanzrhythmus von Bienen durch die NIS-Exposition [23] verändert wurde, ohne jedoch die Expositionswerte anzugeben. Da Bienen den Schwänzeltanz nutzen, um untereinander eine Nahrungsquelle zu kommunizieren, kann dies in der Nachfolge weitere bedeutende Konsequenzen haben, Referenzen und Details siehe Tabelle 17.
Zirkandianer Rhythmus
In nur zwei Studien [52], [53] wird über eine Wirkung von NIS auf den zirkadianen Rhythmus berichtet. Die Wirkung ist in beiden Fällen negativ, aber die Exposition wurde in diesen Studien nicht klar definiert und überschreitet offenbar in Bartos 2019 [52] die regulatorischen Grenzwerte . Die Exposition wird in Bartos ohne weitere Angaben einfach als «Breitband-RF» und in Fedele (2014) [53] als SMF ohne Angabe der Exposition bezeichnet, die Verlässlichkeit daher gering. Fedele (2014) hat die Wirkung eines SMF auf die Geotaxis von Drosophila indirekt durch Messung der Expression des Cryptochroms untersucht. Er weist darauf hin, dass Cryptochrom ein wesentlicher Bestandteil der inneren Uhr ist und behauptet, dass seine Studie eine Wirkung eines SMF auf die innere Uhr nahelegt. Die oben genannten Studien beziehen sich jeweils auf Blatella germanica und eine unbestimmte Drosophila-Art.
Flugverhalten
In nur fünf Studien wurde über eine Wirkung von NIS auf die Flugfähigkeit von Arthropoden berichtet, und bei keiner dieser Studien betrug die Expositionsfrequenz über 100 kHz. In einer Studie [54] wurde berichtet, dass Schistocerca gregaria dazu neigt, die Geschwindigkeit seiner Flügel mit der ausgestrahlten NIS von etwa 50 Hz zu synchronisieren. Unter den fünf Studien wies nur eine, von mittlerer Verlässlichkeit, eine Exposition unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte [55] auf, wobei im Grunde die Abwesenheit eines geomagnetischen Feldes untersucht wurde. Bei einer höheren Frequenz gibt es aufgrund fehlender Veröffentlichungen keine Belege für irgendeine Wirkung von NIS auf die Flugverhalten von Arthropoden.
27




























































































   28   29   30   31   32